 Der
Tourist drang in die Privatsphäre des Indianers ein, fotografierte heilige Objekte und die heiligen Tänze und Plätze, bezahlte wenn
nötig die Indianer dafür zu posieren und brachte sie dazu ihre Zeremonien zu verändern, um fotogeneres
Material zu bekommen.“
Im Fall des modernen Sonne-und-Sand-Tourismus ist der wichtigste Tropus die unberührte Natur. Hennig beschreibt den typischen
Prozess, „... langsam werden alle Züge des Alltagslebens, aber auch jede natürliche Verunreinigung entfernt. Es ist ein leerer Raum,
der als Bühne des Urlaubslebens dient. Die Spuren menschlicher Arbeit, wie Boote und Netze, verschwanden aus den touristisch genutzten Strandabschnitten
und wurden zum pittoresken Gegenstand der Betrachtung von der Uferpromenade. Fischer und Badegäste, die sich ursprünglich noch am Meer begegnet
waren, gingen bald in getrennten Bereichen ihren Tätigkeiten nach. Die Feriengäste waren damit unter sich, ungestört durch die Sozialwelt
der Einheimischen.“
Während der westliche Kapitalismus routinemäßig Bilder benutzt, um soziale Brüche hinsichtlich Rassismus,
Gender und ökonomischer Ungleichheit zu überdecken, ist er ebenso damit beschäftigt, den Blick zu fragmentieren, „einrahmbare“ Ansichten
und konsumierbare Kulturen zu produzieren, Bilder, die von den Augen der TouristInnen entweder direkt oder stellvertretend von ihrem mechanischen Helfer,
der Kamera, konsumiert werden können. |
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Diese
Form der Dekontextualisierung, die Loslösung von prosaischen Örtlichkeiten, politischen, sozialen und ökonomischen Schnittstellen, ermöglicht
es, ausgewählte Stücke anderer Kulturen anzuhäufen, unhinterfragt und ohne Fragen, die in Filmen, Videos, Alben aneinander gereiht werden
- eine Kombination von imaginären Landschaften, Architekturen der Sehnsucht und Trophäenräumen. „Die
enge Verbindung von Film und Tourismus ist nicht zufällig; sie basiert auf gemeinsamen Strukturen der Wahrnehmung und Imagination. Beide schaffen
Erfahrungswelten, in denen sich Wirklichkeit und Traum wechselseitig durchdringen. Aus ‚realen‘ Einzelelementen entsteht jeweils ein fiktionaler,
mit Gefühlselementen aufgeladener Raum. Die Grundprinzipien sind Montage und Bewegung. ... Die touristischen Eindrücke sind gleichsam am Schneidetisch
montiert. Vieles wird als ‚unbrauchbar‘ aus der Wahrnehmung ausgeschlossen, die ‚gelungenen Szenen‘ gehen in die Urlaubsvorstellung ein. Die touristische
Wahrnehmung ästhetisiert und typisiert wie der Film.“
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