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Er glaubte, man könne das „Intelligenzniveau“ verbessern. Andere, wie Francis Galton, postulierten, dass die („unwürdigen“) Armen und die erblich „Untauglichen“ die weltweiten Ressourcen (Malthus) verbrauchten, würde man nicht besondere Maßnahmen ergreifen um den guten Zuchtbestand zu fördern und so das „Überleben des Stärkeren“ zu sichern. Das ist in anderen Worten was als Sozialdarwinismus bekannt wurde, aber mehr mit Spencer als mit Darwin zu tun hatte. Galton selbst und viele, die in seine Fußstapfen traten, revidierten ihre Meinungen, als sie mit der positiven Eugenik als Konsequenz ihrer Theorien konfrontiert wurden, der aktiven, legalen Entfernung von „unwürdigem“ genetischen Material.

 

Was hatte die Akzeptanz solcher Theorien begünstigt? Galton selbst lebte in einer Zeit rapider Industrialisierung, einem Wechsel von einer ländlichen Gesellschaft zu einer urban dominierten mit all den daraus resultierenden und damit verbundenen sozialen Umbrüchen (und Übeln). Viele der rasch expandierenden Kaufleute und Industriellen brauchten billige, verfügbare Arbeitskräfte und sprachen sich gegen Ausgaben für das Armenrecht aus und beschwerten sich über die „steuerliche Belastung der Arbeitsamen zur Unterstützung der Untätigen“. In Wirklichkeit war das Ausmaß der Verpflichtung relativ niedrig und die gleichzeitig bestehende Angst vor den armen und „kriminellen Schichten“ unverhältnismäßig groß, wie Charles Dickens es oft genug geschildert hat. Diese Angst spiegelt sich nicht nur in der Art und Weise wieder wie die Armen wahrgenommen werden, sondern der gleiche Standpunkt läßt sich auch in Bezug auf koloniale Untertanen beobachten.

 

Tatsächlich, so weit es visuelle Bilder - Zeichnungen, Gemälde, dann Fotografien und später Film - betrifft, wurden die Armen, ebenso wie die Angehörigen einer subalternen Kultur, immer von den Wohlhabenden „besucht“, und ihre Bilder durch KünstlerInnen, FotografInnen und FilmemacherInnen vermittelt.

Der optische „Ausflug in die Slums“ war also nicht nur ein Mittel, das öffentliche Bewusstsein zu wecken, sondern auch die Aufzeichnung eines Besuches in einem fremden, exotischen Land. Aber die unfassbare Größe der Beute, die enorme Anzahl an Fotografien von Obdachlosen, den Armen am Land, den pittoresken Landstreichern oder Alkoholwracks bedeutet oft, dass sie uns nicht mehr berühren, Opfer eines Gesetzes emotionaler Abnützung.

Obwohl Rassentheorien und andere anthropologische Perversionen in England nie in den Schrein der formalen Gesetzgebung aufgenommen wurden, üb(t)en sie weiter großen Einfluss auf Haltungen zu sozialen Problemen (der Armen) in Europa aus und auf die Sichtweise wie imperiale Subjekte weltweit gesehen wurden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Eugenik ein fruchtbareres Betätigungsfeld in der USA gefunden und wird dann mit noch katastrophaleren Auswirkungen nach Deutschland exportiert werden.

 

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In der einen oder anderen Verkleidung sind diese pseudowissenschaftlichen Theorien in komplex organisierten Gesellschaften, die die individuelle Freiheit, persönliche Verantwortlichkeit und den Wettbewerb betonen, immer präsent. Ihr Beharren darauf, verhaltensbezogene und soziale Charakteristika oberflächlichen erblichen Faktoren wie der Hautfarbe zuzuschreiben oder ihre Annahme, dass bestimmte Gruppen von Menschen von Natur aus unterlegen sind, bedeutet, dass die so definierten Gruppen legal und/oder sozial von einer signifikanten Teilnahme an sozialen Prozessen und der Macht ausgeschlossen werden können.