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Die Made for Europe Serie untersucht verschiedene Aspekte des westlichen Blicks, indem sie „eingeborene“ Subjekte benutzt, um
unsere westlichen Sichtweisen des Anderen zu befragen. Auch beginnt sie eine Diskussion über Stereotype, bezogen nicht nur auf Personen und Völker,
sondern auch auf unsere Voreingenommenheit und Sehnsüchte hinsichtlich Authentizität von
Kleidung, Bräuchen und Geografie. Dagegen nähert sich die 2000 entstandene Serie von Selbstporträts Lucky Us, Out
of Austria, Gone
Native und The
Big Game dem Themenkreis aus dem Blickwinkel der Künstlerin in unterschiedlichen (Ver)kleidungen: die Fotografin, die Kolonialistin und
die Erbin westlicher Denkstrukturen, zu denen unglücklicherweise auch Rassismus und Nationalismus gehören. Formal kann man From the Wonderhouse (2002)
zu dieser Serie zählen und, meiner Meinung nach, auch Wild Places (2001). Auch wenn es kein Selbstporträt im üblichen Sinn ist,
untersucht es nicht nur die historischen Verbindungen in der Arbeit der Künstlerin, sondern sie inkludiert sich selbst (und uns als KünstlerInnen)
explizit in der Liste.
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Lucky Us ist wohl das am leichtesten zu lesende Bild hier. Es zeigt einen kleinen schwarzen Diener,
der einer, mit einem emblematischen Kolonialhelm ausgestatteten, verschleierten Frau den Handschuh anzieht. Er tut seine Pflicht, während ihr Blick
von der Kamera abgewendet und in ihre eigene private Welt versunken ist, ohne seine zu bemerken. Bei dem Diener handelt es sich natürlich um ein
Spielzeug, und wir müssen nicht einmal besonders aufmerksam sein, um entsprechende Zusammenhänge herzustellen. Man könnte darüber
spekulieren, auf welche Weise Kinder diese Handpuppe in ihre imagiNativen Spiele einbauen, da es sich ja hier nur um einen einzelnen Repräsentanten
von tausenden industriell gefertigten Klonen handelt. Die Fotografie scheint auch ein nostalgisches Element aufzuweisen, das modische Schaufensterdekorateure
gerne ausbeuten, um den zum Verkauf angebotenen Produkten Flair zu verleihen. Bilder von ihrer ursprünglichen Bedeutung losgelöst - das gemeinsame
Schicksal alter Fotografien. |
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