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Die Selbstporträts demonstrieren also die zentrale Prämisse aller anderen Arbeiten: Was untersucht wird, ist nicht irgendetwas „dort
draußen“ in der Welt, das die Kamera einfach festhält, sondern es sind Aspekte der Künstlerin/Fotografin selbst und ihrer Kultur. In
dem Augenblick, in dem die Konstruktion fotografischer Wirklichkeit zur Diskussion gestellt wird, wird sie selbst Teil des Experimentes, Teil einer Untersuchung.
Anders gesagt wird sie Teil einer gemeinsamen kulturellen Konfiguration, bestehend aus Subjekt/ FotografIn/ BetrachterIn.
In Wild Places geht es oberflächlich gesehen um Tätowierungen. In meinem Shorter Oxford Dictionary (1986) wird Tätowierung
folgendermaßen definiert: „Es werden dauerhafte Markierungen oder Designs auf der Haut gemacht, indem man sie punktiert und Pigmente. einführt.
Praktiziert von diversen Stämmen niedriger Zivilisationsstufe und von Individuen in zivilisierten Ländern.“
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Wir sehen eine Tätowierkünstlerin am Werk. Bald wird die Nadel das letzte einer Reihe von durchgestrichenen
Begriffen beenden. Historisch betrachtet ist es eine Frage der Territorialität - die ersten beiden (Söldner, MissionarInnen) garantieren den
nächsten beiden (EthnologInnen, TouristInnen) die Freiheit, Fragen zu stellen und zu reisen, indem sie Gewalt und/oder Überredungskunst
anwenden. Wir betrachten die Arbeit mit dem Wissen, dass, unabhängig davon, welches Konstrukt Geschichte auch sein mag, ihre Konsequenzen - echte
Taten in einer echten Welt - nicht einfach auszulöschen sind. Es positioniert die Künstlerin/ Fotografin in eine kritisch reflexive Haltung,
aber innerhalb der etablierten westlichen Gesellschaft.
Während man die Liste der durchgestrichenen „Beschäftigungen“ auf eine Vielzahl von Arten lesen kann, deutet die obige Definition
an, dass man sie in unserer schnell globalisierendenWelt im Kontext von kultureller Aneignung und der Vermarktung ethnischer Waren - mit all ihren exotischen
Assoziationen - betrachten sollte. |